Exkursionen 2006


In diesem Jahr wurde die Exkursion zum Kennen lernen von Betrieben mit der Tagung für Bäckereitechnologie in Detmold kombiniert.
Vortella Nach sechs Jahren hatten wir wieder einmal die Möglichkeit das Unternehmen Vortella zu besuchen. Herr Poske, ein Absolvent der Berliner Technikerschule, und Herr Heimhalt waren auf unseren Besuch sehr gut vorbereitet. In einer Präsentation stellte Herr Heimhalt die Geschichte der Margarineherstellung sehr anschaulich dar. Anschließend erläuterte er die heutige Situation der Margarineherstellung und ging dabei ausführlich auf die Fettschemie ein.
Vortella
Durch die Veränderungen im Rohstoffangebot und deren Folgen für Vortella konnte er die daraus entstehenden Fragen gut beschreiben. Heute werden tierische Fette (Ausnahme Milchfett) nicht mehr verwendet. Da wegen der "Genproblematik"Sojaöl nicht mehr eingesetzt werden sollte, konnte mit dem Rapsöl eine Alternative gefunden werden. Dies hat natürlich Auswirkungen auf die Herstellung von Margarine und deren Eigenschaften wie z.B. die Stabilität der Erzeugnisse. Ernährungsphysiologische Aspekte wie der Anteil der "trans-Fettsäuren", oder an gehärteten Fettsäuren sowie allgemein die ernährungsphysiologische Wertigkeit der Produkte wurden umfassend dargestellt.

Der anschließende Gang durch die Produktion zeigte einmal mehr, dass nicht nur für angehende Lebensmitteltechniker, sondern auch ein wiederholter Besuch in einem Unternehmen für die Lehrer sehr interessant sein kann. Sind ja inzwischen zahlreiche Investitionen vorgenommen worden. Herr Heimhalt und Herr Poske beantworteten während des Rundgangs bereitwillig alle auftretenden Fragen.

Aus diesem Grunde verblieb für das nachfolgende Gespräch Zeit, auf das vielfältige Produktangebot von Vortella einzugehen. Das neben Produkten für die Backwarenherstellung Produkte speziell für die Gastronomie angeboten werden, war für die Bäckereitechniker interessant zu erfahren, schließlich sind backende Betriebe zunehmend in dem Bereich Snacks und kleine Mahlzeiten aktiv. An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an die Firma Vortella vertreten durch die Herren Heimhalt und Poske.



Tagung Detmold
Tagung Detmold

Böcker Der Marktführer von Sauerteigstartern ist für einen Besuch natürlich immer wieder sehr wichtig. Aufgrund der zahlreichen Besichtigungen bei der Firma Böcker kann man inzwischen schon von einer gewissen Routine sprechen. Nach Rücksprache mit Herrn Dr. Böcker und Herrn Weise war man auf unseren Besuch am Donnerstagnachmittag nach der Tagung für Konitoreitechnologie wie immer gut vorbereitet.
Böcker
Herr Dr. Stolz zeigte uns mit dem Blick in die Historie die Geschichte des Böcker Sauerteigstarter auf und stellte fest, dass die Kulturen aus dem Hause Böcker an vielen Instituten erforscht werden. Die Bedeutung des Starters ist sicherlich auch an der Tatsache deutlich, dass seit Jahrzehnten die Bundesanstalt für Getreideforschung wöchentlich diesen Starter verwendet. Er ist inzwischen sicherlich der am meisten erforschte Sauerteigkeim weltweit. In der lebhaften Diskussion ging es um die Vor- und Nachteile einzelner Sauerteigverfahren. Insgesamt ist die Qualität der Backwaren insbesondere im Weizenbereich durch die Verwendung von Vorteigen in letzten Jahren sicherlich gestiegen. Hierbei konnten die Deutschen Bäcker sicherlich viel von den Südeuropäern lernen.

Bei der anschließenden Betriebsbesichtigung erläuterten uns Herr Dr. Georg Böcker und Herr Dr. Stolz ausführlich die Herstellung der Starter sowie der getrockneten Sauerteige. Innerhalb der Produktion konnten die Fachschüler vielfältige Verfahren der Lebensmittelverarbeitung: vom Pumpen, Mischen, Walzen- sowie Wirbelschichttrocknen erleben. Die theoretischen Kenntnisse aus der "Maschinenkunde" konnten so mit "Leben" erfüllt werden.

Wir bedanken uns bei der ganzen Familie Böcker und ihren sehr engagierten Mitarbeiten die uns mit ihrem Elan einen spannenden und sehr informativen Nachmittag beschert haben (der erst um 19:00 Uhr endete). Unser enger Zeitplan wurde durch diese ausgedehnte Besichtigung nicht wenig durcheinander gebracht.



Harry Am Freitag besuchten wir das Unternehmen Harry in Osterweddingen bei Magdeburg. Im Vorfeld hatten wir uns bereits mit Betriebsleiter Herrn Dürrkob, einem Absolventen der Fachschule, über das Vorgehen bei der Betriebsbesichtigung abgestimmt.Nach einer umfassenden Darstellung zur Geschichte der Firma Harry schauten wir uns in einem kurzen Video ein Firmenportrait der Firma Harry an.
Harry
Auch hier ist es wieder die lange Tradition "seit 1688 Familienunternehmen", die alle Anwesenden beeindruckte. Herr Dürrkob ging detailliert auf die Ziele und Grundsätze des Unternehmens ein. Bevor wir mit der Besichtigung der Produktion beginnen konnten, gab er uns Einblicke in die Produktpalette und -mengen.

Bei dem anschließenden Rundgang stellten Herr Dürrkob und Herr Hartmann (ebenfalls ein Absolvent der Berliner Technikerschule), eine weitgehend automatisierte Produktion, die auf dem neuesten Stand der Technik ist, für uns alle beeindruckend dar. Selten sieht man Produktionsstätten auf einem solch hohen technischen Niveau. Besichtigungen dieser Art sind für die Fachschüler sehr wichtig, da ihr bisheriger beruflicher Werdegang meist in viel kleineren, handwerklich strukturierten Unternehmen verlaufen ist. Diese Feststellung bezieht sich nicht nur auf die Betriebsgröße. Details bezüglich der Produktionsverfahrender Fa. Harry können an dieser Stelle natürlich nicht wiedergegeben werden.

Im Gespräch im Anschluss an den Rundgang, bezog Herr Dürrkob die Fachschüler aktiv mit ein. Die Frage, "Welche konkreten Vorstellungen haben Sie bisher beruflich entwickelt?", hatte dann doch einige etwas überrascht. Wir als Schule sind Herrn Dürrkob dankbar für diese Vorgehensweise. Nur eine möglichst frühzeitige Festlegung eigener Ziele und die persönliche Auseinandersetzung damit führt letztendlich dazu, diese Zielvorstellungen auch zu erreichen. Sowohl Herr Dürrkob als auch Herr Hartmann berichteten aus ihrer eigenen Erfahrung heraus, dass man seine selbstgesetzten Ziele durchaus erreichen kann. Die von uns seit einem Jahr in die Ausbildung integrierte Technikerarbeit wird von Herrn Dürrkob als wertvolle Ergänzung der Technikerausbildung angesehen, da diese einer innerbetrieblichen Bearbeitung eines Projekts sehr nahe kommt. Wir freuen uns, dass bereits zwei Fachschülern durch das Unternehmen Harry die Möglichkeit der Erstellung einer Technikerarbeit gegeben wurde.

Leider müssen wir in den letzten Jahren zunehmend feststellen, dass es aus Gründen des Qualitätsmanagements und aus Wettbewerbsgründen für Produktionsbetriebe immer schwieriger ist, Betriebsbesichtigungen anzubieten. Deshalb danken wir an dieser Stelle herzlichst allen Unternehmen für diese Möglichkeit und für das Engagement. Sie geben damit den Fachschülern einen exklusiven Einblick in die aktuelle Arbeitswelt von Bäckereitechnikern. Dies ist unserer Meinung nach ein wertvoller Bestandteil ihrer Ausbildung.