Staatliche Fachschule für Lebensmitteltechnik - Berlin
Exkursionen 2007
2007 ging es bei der Exkursion der Berliner Bäckereitechniker(innen) wieder ins europäische Ausland in die Niederlande.
2004 besuchte bereits eine Fachschulklasse einige Betriebe in Österreich und natürlich auch Betriebe in Süddeutschland. Neben
Betrieben
in den Niederlanden besuchten wir zudem vor allem Betriebe im Westen Deutschlands. Dabei wurde das bewährte "Rezept" einer Mischung
aus
Produktionsbetrieben sowie Betrieben der Zulieferindustrie und des Maschinen- und Anlagenbaus der Backwarenbranche wieder erfolgreich
umgesetzt.
Auch an dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön an alle Unternehmen und deren Mitarbeiter. Sie haben den Fachschülern durch
das
Kennen lernen ihrer Betriebe und das sehr offene Eingehen auf die vielfältigen Fragen, eine Verbindung zwischen Theorie und Praxis
ermöglicht,
die für deren weitere Ausbildung sehr wertvoll ist.
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Montag um 5:30 Uhr machten sich 15 angehende
Bäckereitechniker mit zwei Fachlehrern auf den Weg zur Brotfabrik Harry nach Hannover,
wo sie bereits von Frau Wachter und Herrn Petersen erwartet
wurden. Nach einer kurzen Einführung in die Geschichte und heutige Situation des
Unternehmens und insbesondere des Werks in Hannover ging es dann in zwei Gruppen
zu einer ausführlichen Betriebsbesichtigung in die Produktion. Die vielen Fragen
der Bäckereitechniker wurden detailliert und umfassend während der Führung beantwortet.
Es war wieder einmal beeindruckend zu sehen, auf welch hohem technischem Niveau die
Produktion auch in diesem Werk bei dem zweitgrößten Brothersteller Deutschlands erfolgt.
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| Harry |
Herr Petersen wies darauf, dass im Unternehmen Harry zahlreiche Bäckereitechniker in unterschiedlichen Funktionen
beschäftigt sind. Da das Unternehmen auch zukünftig wächst, wird beabsichtigt weiterhin Bäckereitechniker einzustellen. Er erläuterte das Anforderungsprofil und den Aufgabenbereich eines Bäckereitechnikers in der Produktion.
Dem Konzept der Staatlichen Fachschule für Lebensmitteltechnik Berlin, eine Verbindung zwischen Theorie und Praxis
herzustellen, wurde durch die Besichtigung und Diskussion in hervorragender Weise unterstützt. Wir freuen uns,
dass das Unternehmen Harry durch die Betriebsbesichtigungen das beschriebene Konzept immer wieder unterstützt und
durch Anregungen bereichert.
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Durch einem leckeren Imbiss gestärkt setzten die zukünftigen Bäckereitechniker
ihre Exkursion nach Peine zum Schokoladenhersteller Rausch fort. Treffpunkt war das Schokoland, einem über die
Region hinaus bekannten firmeneigenen Schokoladenmuseum der Berliner Firma. Originalgetreue Nachbildungen des
Brandenburger Tors und des Reichstags weckten bei einigen Fachschülern Heimatgefühle. Die speziell für die
Fachschüler konzipierte Führung vermittelte interessante Einblicke in Geschichte und Gegenwart des Genussmittels
Kakao. Durch die hochmodern ausgestatteten Produktionsräume führte uns anschließend Herr Dr. Eckelmann.
Die Fachschüler erlebten u.a. die Herstellung von Schokoriegeln von der Temperierung der Kuvertüre bis zur
Verpackung in Schlauchbeuteln bzw. in Einschlagverpackungen. Besonderen Wert legt die Firma Rausch auf die
hohe Qualität der Rohstoffe, die sie mit Kontrakten im Erzeugerland absichert.
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| Rausch |
Der Erfolg gibt ihnen Recht,
schließlich wurde kürzlich ein Produkt aus dem Hause Rausch als beste Schokolade durch Stiftung Warentest
ausgezeichnet. Absolventen der Berliner Fachschule die dort Führungsaufgaben wahrnehmen, begrüßten die
Exkursionsteilnehmer. Gegen 17:30 Uhr erhielten alle zum Abschied eine mit hochwertiger Schokolade
gefüllte Geschenktüte. Damit war der erste Exkursionstag aber noch lange nicht abgeschlossen. Nun
ging es weiter nach Holland. Gegen 22:00 Uhr konnten endlich alle in der Jugendherberge angekommen,
ihre Zimmer beziehen.
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Nach einem reichhaltigen typischen niederländischen Frühstück
ging es von der Jugendherberge in Doorwerth nach Panningen zu WP-Haton. Der Geschäftsführer
Hendrik-Jan Snellink begrüßte uns mit der in der Niederlande obligatorischen Copje Coofie. Wir konnten ein
gut organisiertes Unternehmen der Horstmann Bagery Croop besichtigen, die in der Gruppe als
die Spezialisten für die Brotaufarbeitung gelten. Beeindruckend war es zu sehen, wie eine
Anlage gebaut wird, die pro Tag ca. 200000 Toastbrote herstellen kann.
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| W&P Haton NL |
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Anschließend
fuhren wir mit den Herren Ferdinand Kottier und Toin Sprenger in eine niederländische Bäckerei. Die Herstellung
von Weizenbroten mit einer Zwischengare von zweimal 45 Minuten war selbst für Fachleute
eine neue interessante Erfahrung.
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| Bacu |
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Weiter ging es nach Culembug zur Firma Rademaker. Der Leiter der deutschen
Niederlassung Herr Wimmer und sein Kollege Herr Kümmel begrüßten und zeigten das Hightech-Unternehmen. Zu der
hohen Fertigungstiefe des Unternehmens zählt auch, dass dort mit Laser bis 12mm dicke Stahlplatten zugeschnitten
werden. Großer Wert wird in dem Unternehmen auf den Bereich Sondermaschinen für individuelle Bedürfnisse der
Kunden gelegt. Hierfür wird die Kreativität und Arbeitsleistung von über 50 Maschinenbauingenieuren genutzt.
Alle Anlagentypen können vor Ort von Kunden mit eigenen Rohstoffen für ihre Produktideen getestet werden.
Diese können auf den modular aufgebauten Durchlauföfen von Debör (Tochterunternehmen von Rademaker) gebacken
werden.
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| Rademaker |
Anschließend ging es 180 km weiter zu einem Abstecher nach Aachen zur Firma Lambertz. Dort wurden wir von dem
Prokuristen Herrn Dörtelmann bereits erwartet. Die industrielle Herstellung von Lebkuchen, Printen und Dominosteinen zu sehen
war für die Fachschüler eine sehr interessante Erfahrung. Das traditionsreiche Unternehmen ist einer der größten Hersteller von
Feinen Backwaren in Deutschland und seit seiner Gründung in Familienbesitz. Wir erfuhren, dass die Produktion von
Weihnachtsgebäck bereits am 15. Januar beginnt und dann bis Weihnachten mit wechselnden Produkten fortgesetzt wird.
Nach kurzer Altstadtbesichtigung der alten Kaiserstadt Aachen ging es zurück in die Niederlande zur 190 km entfernten
Jugendherberge.
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Am Donnerstag ging es vor allem um die Herstellung und Vermarktung von Backmitteln.
In der niederländischen Niederlassung der deutschen Firma Ireks begrüßte uns der Leiter van Aerle und führte uns in
das Backtechnikum, das seit seinem Bestehen von über 1000 interessierten Fachleuten jährlich besucht wird. Herr von
Aerle zeigte uns, dass heute neben Informationen über Backmittel individuelle betriebliche Verkaufskonzepte für die
Kunden angeboten werden müssen. Dadurch erhielten die Fachschüler eine konkrete Beschreibung der Arbeitsweise von
Key Account Managern.
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| Ireks |
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Am Nachmittag ging es nach einem sehr reichhaltigen Imbiss und ausgiebigen Fachgesprächen
weiter zu Sonneveld. Die Firma Sonneveld stellt Backmittel zur Herstellung von Brot und Feinen Backwaren her. Interessant
ist die breite Angebotsform, da die Backmittel pulverförmig, flüssig, pastenförmig und fest (im Block) im eigenen
hochmodernen Werk vor Ort hergestellt werden. Nach der Begrüßung durch den Leiter des Aplikationszentrums Herrn Joost ter Haar
wurden die Fachschüler in drei Gruppen durch die Produktion geführt. Dabei erwies es sich als sehr günstig, dass einige der
Fachschüler fließend Englisch sprechen, da die Erläuterungen der Produktionsverfahren von englisch sprechenden Mitarbeitern
an den Linien vorgenommen wurde. Aufgrund der notwendigen unterschiedlichen Herstellungsverfahren für die entsprechenden
Angebotsformen der Backmittel konnte die Fachschüler hier auf engstem Raum eine breite Vielfalt technologischer Arbeitsweisen
kennen lernen.
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| Sonneveld NL |
Das auf aktuellem Stand der Technik ausgestattete European Bakery Innovation Centre (EBIC) haben wir anschließend
besichtigt. Sowohl Produktionsanlagen als auch die Labortechnik erlaubt alle Daten digital zu erfassen und auszuwerten. im Vorfeld
einer Investitionsentscheidung nutzte Herr Joost ter Haar die Möglichkeit, eine in unserer Fachschule eingesetzte, frequenzgesteurte
und absolut gleichlaufende Laborknetanlage mit mehreren Spiralknetern zu testen. Aus diesem Kontakt hat eine Bäckereitechnikerin bei
Sonneveld ihre Arbeiten über einen Volumenscanner durchgeführt. Nach einem Imbiss im Konferenzraum des EBIC hat Herr Peter Weegels,
Manager für Inovationen und Development, in einem sehr interessanten Vortrag die "Magie" der Wirkungsweise von Backmitteln aus
seiner langjährigen Forschungsarbeit sehr anschaulisch dargestellt.
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Am Freitag morgen ging es wieder zurück nach Deutschland. In Düsseldorf besichtigten wir die
Europazentrale der Firma Rheon (Japan). In einem großen Versuchszentrum können die Anwender ihre Produkte
mit eigenen Rohstoffen testen. Herr Cleven von der Carlton Food-Technik GmbH, der das Maschinen-Programm von Rheon
in Deutschland und in Teilen Europas vermarktet, hatte für die Fachschüler ein Programm vorbereiten lassen, das die
Möglichkeiten der Maschinen eindrucksvoll demonstrierte. Nach einem zweiten Frühstück erläuterte Herr Cleven die Möglichkeiten
zur Teigteilung und zum Herstellen von gefüllten Produkten auf Rheonanlagen. Dies wurde durch Beispiele
aus der Praxis unterstützt.
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| Rheon |
Da Praktiker, und dies sind zweifelsfrei die angehenden Bäckereitechniker, die Dinge auch selbst sehen und verkosten
wollen, ging es dann ins Technikum. Dort wurden sehr weiche Weizenteige mit langer Teigruhe verarbeitet und ohne Stückgare abgebacken.
Nach der maschinellen Teigteilung auf einer Rheonanlage konnten die Fachschüler mit Hand anlegen beim Aufarbeiten. Die vielfältigen
Optionen zum Herstellen von gefüllten Produkten wurden an einigen Beispielen demonstriert. Dass diese Anlagen nahezu grenzenlose
Optionen für die unterschiedlichsten Produkte bieten, zeigte Herr Cleven in einem eigens dazu eingerichteten Demonstrationsraum durch
die Vorstellung zahlreicher Produkte vom Markt. Gestärkt mit den inzwischen gebacken rustikalen Weizengebäcken ging es nun, reicher
um viele Eindrücke und auch wertvolle Erfahrungen wieder zurück nach Berlin. Vor uns lagen noch einige Stunden bei schlechtem Wetter
und leider auch einigen Staus. Es war eine anstrengende aber auch sehr lohnende Fahrt. Die Eindrücke werden die Ausbildung sicherlich
bereichern.
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Die wenigen Bilder zeigen, dass trotz des zugegebenermaßen sehr straffen Programms
noch ein wenig Zeit für Freizeitaktivitäten geblieben ist. Auch kleinere Pannen konnten dank tatkräftiger Unterstützung
"Aller" schnell behoben werden. Aufgrund des Zeitmangels und der Entfernung konnten wir keinen Abstecher nach Amsterdam
machen. Ein positiver Eindruck von der Gastfreundschaft in den niederländischen und deutschen Unternehmenin werden wir
in guter Erinnerung behalten.
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| Freizeitbilder |