Staatliche Fachschule für Lebensmitteltechnik - Berlin
Exkursionen 2010
Die diesjährige Exkursion der Staatlichen Fachschule für Lebensmitteltechnik Berlin
Fachrichtung Bäckereitechnik begann am 04.10.2010 um 5:00 mit der Anreise in Privatfahrzeugen von
Berlin nach Eisleben Sachsen-Anhalt zu dem Unternehmen Klemme. Seit unserem letzten Besuch vor einigen
Jahren ist hier unter anderem an dem Standort Eisleben ein neues Werk entstanden.
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Der Leiter
Produktion/Technik und Prokurist Herr Marc Michael Saam führte uns durch modern ausgestattete
Werke und blieb keine Antwort auf die zahlreich gestellten Fragen schuldig. Hierzu bediente er
sich modernster Informationstechnologie mit einem Headset für jeden Besucher. In der anschließenden
Diskussion zeigten sich alle stark beeindruckt von dem immensen organischen Wachstum des Unternehmens.
Auf diesbezügliche Fragen erklärte uns Herr Saam, wie solches im Zusammenspiel zwischen Banken,
öffentlicher Förderung und Unternehmensressourcen verwirklicht werden kann. Hierdurch werden
in einer ansonsten strukturschwachen Region langfristig sichere und hochproduktive Arbeitsplätze
geschaffen und somit langfristige Steuereinahmen ermöglicht.
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| Klemme |
Der Werksleiter Werk V Herr Sebastian Schliebe äußert sich positiv über einen Absolventen der Berliner
Fachschule, der hier erst seit kurzem nach seinem Abschluss 2010 als Bäckertechniker tätig ist.
Er stellte den Fachschülern auch zukünftig gute Beschäftigungsmöglichkeiten in Aussicht.
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Die nächste Station führte uns zu unserem Fördervereinsmitglied FBAB
Förderverein der Bäckereitechniker Ausbildung Berlin e.V
(Link) dem weltweit agierenden Maschinenbauunternehmen Fritsch nach Mark-Einersheim/ Franken.
In dem modernen neuen FRITSCH Technology Center begrüßte uns dessen Leiter Herr Heiko Brunken,
(ein Absolvent der Berliner Fachschule) und der Personalleiter Hans Reinhard des Unternehmens
Fritsch mit frisch gebackener Pizza. So konnten wir gleich erleben, welch wohlschmeckende
Produkte auf den Anlagen dieses international bekannten Anlagenbauers hergestellt werden können.
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| Fritsch |
Es war faszinierend zu sehen, dass im FRITSCH Technology Center komplette Industrieanlagen
für Versuchzwecke aufgebaut sind und auch extra für uns zur Demonstration in Betrieb gesetzt wurden. Um den
Ansprüchen der weltweit angereisten Kunden zu genügen, verfügt Fritsch z.B. über eine Auswahl
von unterschiedlichen Knetsystemen.
Unter der Verpflichtung der Geheimhaltung demonstrierte uns Herr Brunken anschließend die noch nicht
öffentlich gezeigte Anlage zur vollautomatischen Herstellung von Einstrang-Zöpfen. Besonders beeindruckt
waren die Fachschüler davon, zuvor bei der Firma Klemme das handwerkliche Schlingen von den gleichen Gebäcken
gesehen zu haben, um nun bei der Firma Fritsch zu erleben, dass dies jetzt auch automatisiert erfolgen kann,
obwohl sie drei Stunden vorher gehört hatten, dass für diese Herstellung noch keine Automatisierung möglich ist.
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Da die Schüler während der gesamten
Die erste Nacht verbrachte die Gruppe im Haus der Jugend in Frankfurt am Main (Sachsenhausen). Bei der Firma
Glockenbrot in Frankfurt, ein Unternehmen der REWE Gruppe begrüßte uns dann am nächsten Morgen Herr Sven Griger
und führte uns durch die umfangreichen Produktionshallen seines Unternehmens. Herr Griger ist ein Absolvent der
Berliner Fachschule des Jahrgangs 2009 und hier inzwischen verantwortlich für die Entwicklung neuer Produkte.
Das Unternehmen beliefert seine Filialen täglich mit einem Vollsortiment an Frischbackwaren und gleichzeitig
auch verpackte Produkte für den LEH im süddeutschen Raum. Besonders interessant war für die Fachschüler, dass
dort viele Absolventen der Berliner Fachschüler für unterschiedliche Aufgabengebiete (Produktion, QM,
Produktentwicklung) bis zum Produktionsleiter verantwortlich sind. Dass der Bedarf an Fachkräften in Zukunft
weiter zunimmt, sieht man auch an der kürzlich vorgenommenen Inbetriebnahme eines großen neuen Werks in
Bergkirchen bei München.
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| Glockenbrot |
Quer durch Süddeutschland fuhren wir anschließend am Dienstagmittag über stark befahrene
Autobahnen zur Bäckerei Armbruster in Schutterwald. Mit gewisser Verspätung erwartete uns der Produktionsleiter
Herr Wieland mit einem reichhaltigen Kuchenbuffet.
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Nach zwei sehr interessanten Tagen mit viel theoretischem Input ging es
wieder in die betriebliche
Ausgiebig wurde uns hier eine im Wesentlichen handwerklich orientierte Großproduktion gezeigt. Immer wieder zeigte
sich hier der hohe Qualitätsanspruch der Firma Armbruster und es wurde deutlich, wie in idealer Weise die
Betriebsgröße genutzt wird, um spezielle Qualitäts-fördernde technologische Verfahren anwenden zu können
und gezielt weiter zu entwickeln. So kann sehr flexibel und kurzfristig auf Kundenwünsche reagiert werden,
was aufgrund des hohen Anteils an Cateringkunden wie z.B. Fluggesellschaften auch erforderlich ist. Zurzeit
wird ein gemeinsames Projekt unserer Fachschule und der Bäckerei Armbruster im Rahmen einer Technikerarbeit
durchgeführt.
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| Armbruster |
Die Weiterreise führte uns am späten Nachmittag ins Elsas nach Frankreich. Die Fachschüler
erlebten das abendliche Straßburg mit der schönen Altstadt und seiner imposanten Kathedrale.
Die Firma Mecatherm ist ein weltweit agierendes Maschinenbau-Unternehmen, das neben Bäckerei-Anlagen auch
Backöfen baut. Der Geschäftsführer Herr Zorn begrüßte uns als Elsässer in perfektem Deutsch und führte uns
zusammen mit seinem Kollegen Teutsch durch die Montagehallen seines Unternehmens. Nun konnten die Fachschüler
hinter die "glänzenden Edelstahlfassaden" von modernen Anlagen und Öfen blicken und die dort ablaufenden
mechanischen Abläufe erkennen.
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Eine Besichtigung des großen unternehmenseigenen Technikums schloss
sich an Hier lief gerade eine Versuchreihe von einem südamerikanischen Bäckereiunternehmen, was dort
mit eigenen Rohstoffen die Eignung der Anlagen für seine Produkte prüfte. So hatten die Fachschüler
die Möglichkeit, zu erleben wie heute weltweit große Anlagenkonzepte vermarktet werden, indem Kunden
vor Ort die Technik von Mecatherm prüfen. Mehr Praxisnähe lässt sich nicht herstellen!
Wie in jedem modernen Maschinenbauunternehmen steht auch hier nicht die Technik im Vordergrund, sondern die
Produktqualität.
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| Mecatherm |
Der nächste Besuchtermin führte uns zu Lieken nach Bietigheim bei Stuttgart. Nach dem entspannten
Fahren auf französischen Autobahnen mussten wir wieder zurück in das von Baustellen und Staus geprägte Gewirr
deutscher Autobahnen. Trotz moderner Navigationssysteme ließ sich deshalb auch in diesem Fall leider eine
verspätete Ankunft nicht vermeiden. weshalb wir auch hier wieder, wie in den anderen Fällen über die hohe
Flexibilität unserer Gastgeber dankbar waren. Bei den zur italienischen Barilla-Gruppe gehörenden Lieken-Werken
handelt es sich um einen deutschlandweiten Lieferanten des LEH für frische Backwaren.
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Eine große Herausforderung ist es immer wieder, die gleichbleibende Qualität
einzelner Produkte in allen Werken
in ganz Deutschland sicher zu stellen. Herr Torsten Schütze und sein Produktionsleiter beantworteten bereitwillig
die vielen technologischen Fragen der Anwesenden. Darüber hinaus erhielten die Fachschüler wichtige Hinweise für
zukünftige Bewerbungen. Diese Informationen aus erster Hand wurden von allen als sehr hilfreich für ihre berufliche
Zukunft eingeschätzt.
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| Lieken |
Dass sich eine Reise nach Südwestdeutschland auch kulturell immer wieder lohnt, erlebten
die Fachschüler bei der Übernachtung in der hochmodernen Jugendherberge in Stuttgart und dem abendlichen
Stadtbummel mit leckeren Käsespätzle und hausgebrautem Bier.
Herr Florian Wunderlich, gleichfalls ein Absolvent der Berlin Fachschule führte uns am nächsten Tag
in Tamm bei Stuttgart in das Technikum des Werks von der WP BAKERYGROUP.
Herr Wunderlich zeigte den Fachschülern an Hand eines kontinuierlichen Kneters und eines Extruders
, dass WP weit mehr als nur Öfen baut. Besonders wichtig war in diesem Zusammenhang für die Fachschüler
nicht nur theoretisch etwas von den unterschiedlichen maschinentechnischen Optionen zu hören, sondern
dies auch konkret sehen und somit erfahren zu können. Dass WP der bedeutendste industrielle Ofenbauer ist,
davon konnten die Fachschüler sich in allen von ihnen besichtigten Produktionsbetrieben immer wieder überzeugen.
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In der anschließenden Runde beim Verzehr von ofenfrischen röschen
schwäbischen Brezeln erläuterten der Geschäftsführer Herr Dieter Knost und der Marketingleiter Herr
Ubel, welche strategischen Überlegungen bezüglichen des Backwarenmarktes in Deutschland und weltweit
von WP angestellt werden, um auch zukünftig die richtigen Antworten auf die anstehenden
technologischen Herausforderungen und Fragen zu finden.
Herr Wunderlich erläuterte uns am Beispiel einer Gebäck-Stick-Anlage die Funktionsweise der einzelnen
Anlagenkomponenten und die sich daraus ergebende Struktur für die Gesamtkonstruktion der Anlage.
In dem abschließenden Gespräch wurde von den Fachleuten auch hier sehr deutlich auf die guten
Arbeitsmöglichkeiten für Bäckereitechniker in der Maschinenbaubranche hingewiesen.
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| WP BAKERYGROUP |
Nach der Übernachtung in Rorschach auf der Schweizer Seite des Bodensees fuhren wir
am nächsten Tag nach Gossau zur Jova, einem Betrieb der Migros Schweiz. Dort erwartete uns der
Betriebsleiter Herr Gruber bereits um 6:00 Uhr in der Frühe. Nach einer Einführung in das Unternehmen
und den Besonderheiten des Schweizer Backwarenmarktes ging es in die umfangreiche Produktion.
Sehr ausführlich zeigte er uns angefangen von der Rohstoff-Annahme und -Lagerung über die Produkt-Fertigung
bis hin zur Expedition das gesamte Unternehmen. Die Jowa ist ein Vollsortiment-Hersteller für frische
Backwaren bei Brot, Kleingebäck und Feinen Backwaren. Die Fachschüler erlebten hier einen Betrieb, der
sowohl über eine kontinuierliche Knetung und Verschäumung als auch über weitere interessante
betriebsspezifische Sonderlösungen verfügt. Am Beispiel der Knetung war deutlich erkennbar, dass
man bei der Jowa immer anstrebt, die optimale technische Lösung zu finden und hierbei äußerst
kreativ ist. So werden z.B. für unterschiedliche Teige und Massen vier unterschiedliche Knetprinzipien
eingesetzt.
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Wie auch in anderen Betrieben zuvor konnte man auch hier sehen, dass die
Erzielung der hohen Gebäckqualität beim Einsatz der entsprechenden Lösungen immer im Vordergrund steht.
In den Bereichen, bei denen auf Handarbeit verzichtet werden kann, wurden automatisierte Lösungen
eingesetzt. Sehr beeindruckend war vor auch, welcher besondere Stellenwert in diesem
genossenschaftlichen Unternehmen der Pflege der Arbeitskraft beigemessen wird. So ist ein künstlerisch
gestalteter Rekreationsraum für die Mitarbeiter selbstverständlich wie auch ein umfangreiches
preiswertes Angebot von speziellen Mitarbeiterschulungen. Beim anschließenden Gespräch stellte Herr
Gruber die sehr guten Berufschancen für Fach- und Führungskräfte gerade auch aus Deutschland in
seinem Unternehmen vor. Er erklärte, dass die Karrieremöglichkeiten bei der Jowa nicht
ausschließlich vom jeweiligen Berufsabschluss sondern sehr stark von der individuellen Entwicklung
des einzelnen Mitarbeiters im Unternehmen abhängig ist. Bei uns hat dieser Schweizer
Vorzeigebetrieb einen außergewöhnlichen guten Eindruck hinterlassen.
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| Jova |
Mit eineinhalbstündiger Verzögerung machten wir uns dann auf den Weg zurück nach Deutschland
über die "seeehr" stark befahrenen freitäglichen deutschen Autobahnen in Richtung Bingen am Rhein. Nach
weiteren erheblichen verkehrsbedingten Verzögerungen erreichten wir am Freitagabend um 18:00 Uhr die Firma
CSM. Dort wurden wir von dem Leiter der Bäckereitechnologie Inovationszentrums Herrn Stefan Keller und seinen
Kollegen den Herren Stollhofen und Herrn ??? empfangen. Diese Ankunft mit dem reichlichen Buffet löste bei
uns fast heimatliche Gefühle aus, da die drei CSM Mitarbeiter ebenfalls Absolventen der Berliner Fachschule
sind. Herr Keller erläuterte uns, wie das Unternehmen CSM entstanden ist, und hierzu mehrere namhafte
deutsche Backgrundstoffhersteller wie z.B. Diamalt, Meistermarken, Boehringer und Ulmerspatz integriert hat.
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In dem umfangreich ausgestatteten Technologiezentrum zeigte uns Herr
Stollofen die Technik zur Entwicklung von modernen Backmitteln und Convenience-Produkten sowie die
modernen Schulungsräume des Innovationszentrums. Mit der Schilderung ihrer Biografien gewährten
die drei CSM Mitarbeiter den Fachschüler interessante Einblicke in mögliche Berufswege von
Bäckereitechnikern. Praxisnäher und persönlicher geht es nicht mehr!
Mit diesem Besuch endete gegen 21:00 Uhr die insgesamt sehr anstrengende aber auch sehr erfolgreiche Exkursion
des Jahres 2010 der Staatlichen Fachschule für Lebensmitteltechnik Berlin. Etwas erschöpfte Fachschüler machten
sich hoch zufrieden gleich mit ihren Autos auf den Weg zurück nach Berlin.
Nach nur sechshundert Kilometern erreichten sie dann in den frühen Morgenstunden wohlbehalten und ohne Staus wieder
ihren Heimathafen Berlin.
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| CSM |
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Die wenigen Bilder zeigen, dass trotz des zugegebenermaßen sehr straffen
Programms sogar noch Zeit für Freizeitaktivitäten geblieben ist.
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| Freizeitbilder |